Mein Gartenpool: Kartuschenfilter vs. Sandilteranlage

Wer einen Pool anschaffen möchte, muss sich beim Poolkauf auch mit dem passenden Zubehör zum Gartenpool beschäftigen. Neben der chemischen Reinigung des Poolwassers mit Chlor ist der Einsatz einer Filteranlage ein wesentlicher Bestandteil der Wasserhygiene im Gartenpool. Und hier stellen sich besonders „Pool-Neulinge“ nun die Frage, welcher Filter am effektivsten ist für den Plansch- und Badespaß im Garten. Deshalb haben wir für Sie die wesentlichen Unterschiede zwischen Sandfilter oder Kartuschenfilter in diesem Artikel zusammengefasst.

Sandfilter oder Kartuschenfilter: Unterschiede der Filterarten

Beim Sandfilter erfolgt die Reinigung des Poolwassers in der Regel – wie der Name schon verrät – durch Filtersand, meist Quarzsand. Ausgestattet ist die Sandfilteranlage dabei mit einem Filterkessel, der mit feinem Quarzsand gefüllt wird. Die Pumpe der Sandfilteranlage saugt nun das Wasser aus dem Pool an und lässt dieses zum Reinigen durch den Quarzsand fließen. Verschmutzungen bleiben deshalb am Quarzsand haften und das gereinigte Wasser fließt in das Becken zurück.

Bei der Kartuschenfilteranlage erfolgt die Wasseraufbereitung durch das Zurückhalten der Verschmutzungen in einer Papierkartusche. Diese befindet sich dabei zur Aufbewahrung im Kartuschenbehälter aus Kunststoff und fängt die Verunreinigungen auf, indem diese an der Oberfläche der Papierkartusche haften bleiben. Das gereinigte Wasser wird anschließend in den Pool zurückgeleitet.

Das brauchen Sie als Filtermedium

Bei der Wahl, ob Sandfilter oder Kartuschenfilter, spielt natürlich auch das Filtermaterial eine entscheidende Rolle. Bei der Sandfilteranlage wird Quarzsand zur Wasseraufbereitung verwendet, der überwiegend aus Quarzkörnern besteht. Welche Körnung der Quarzsand beim jeweiligen Sandfilter haben sollte, ist abhängig von der jeweiligen Filteranlage. Grundsätzlich gilt, dass je feiner der Sand ist, desto besser wird das Wasser gereinigt. Ist der Quarzsand verschmutzt, wird das durch ein Manometer, welches an der Sandfilterpumpe angebracht ist, ablesbar. Filtersand sollte je nach Verschmutzungsgrad alle zwei bis vier Jahre gewechselt werden.

Neuheit Pool Filter Bälle

Seit 2 bis 3 Jahren gibt es sogenannte Filterbälle für den Pool, die ursprünglich aus der Aquaristik kommen. Der größte Vorteil gegenüber herkömmlicher Filtermedien ist, dass Sie die Filterwatte problemlos in der Waschmaschine wiederaufbereiten können. Anschließend können Sie die Filter Bälle frisch gereinigt, wieder zurück in den Kessel setzen. Eine Packung mit 400 Gramm Watte entspricht nicht weniger als 14 kg Filtersand. Die Watte besteht aus sehr feinen Fasern, wodurch selbst kleinste Schmutzpartikel wie Sand und Algen aufgefangen werden. Pool Filter Watte kann bis zu drei Jahre wiederverwendet werden, bevor man sie – trotz Wäsche – austauschen sollte.

Der Kartuschenfilter

Kartuschenfilter
Kartuschenfilter

In Kartuschenfilteranlagen werden sogenannte Filterkartuschen eingesetzt, die sämtliche Verschmutzungen in ihren Lamellen zurückhalten. Der Schmutz wird dabei so lange in der Papierkartusche gesammelt, bis die Lamellen voll sind. Zwar können diese durch ein Abspülen von gröberen Verschmutzungen wie Insekten befreit werden. Doch feine Partikel wie Pollen, Staub & Co.  bleiben haften, sodass die Filterkartusche alle zwei bis drei Wochen getauscht werden sollte. Es empfiehlt sich jedoch besser ein Kartuschenwechsel alle 7 Tage – vor allem in der Haupt-Badesaison. So ist das Wasser jederzeit glasklar und sauber, und man kann den Pool unbesorgt genießen. Die Kosten für 10 Kartuschen liegen bei etwa 20 Euro.

Die gewählte Poolart entscheidet auch über die Filteranlage

Für kleinere Aufstellpools oder Planschbecken, die Sie nicht regelmäßig komplett entleeren möchten, sind Kartuschenfilter gut geeignet. Verschmutzungen können damit gut aus dem Wasser herausgefiltert werden und die Handhabung erweist sich, dank der einfach und sauber auszutauschenden Papierfilter, als ideal. Auch bei überdachten Pools kommt die Filterkartusche häufig zum Einsatz, da dort die Grobschmutzbelastung geringer ist. Kinderplanschbecken können Sie ebenfalls per Kartuschenfilter gut reinigen.

Größere Gartenpools, die über die ganze Saison über betrieben werden, sind vielen äußeren Einflüssen und Verschmutzungen jeglicher Art ausgesetzt. Entsprechend ist die Filteranlage mehr Arbeit ausgesetzt, sodass hier eine Sandfilteranlage auf jeden Fall ratsam ist. Sandfilteranlagen sind also schwerpunktmäßig konzipiert für den Einsatz bei mittleren und größeren. Hier sorgt ein Grobfilter für die Vorfilterung des Poolwassers und die restlichen feinen Partikel bleiben dann im Quarzsand oder der Pool-Watte zurück.

Die Sandfilterpumpe kann noch mehr als das Wasser reinigen

Sandfilteranlage
Sandfilteranlage

Die Sandfilterpumpe ist in der Regel mit einem Mehr-Wege-Ventil ausgestattet, mit der man die Pumpe auf einfache Weise in verschiedene Positionen einstellen kann. Um eine gute Funktionsfähigkeit der Pumpe sicherzustellen, ist es wichtig, den Sand regelmäßig zu reinigen und dies geschieht mit Hilfe der Rückspül-Funktion (Backwash) der Pumpe. Während des Rückspülens strömt das Wasser in entgegengesetzter Richtung durch die Pumpe, also von unten nach oben. Das Wasser nimmt den im Sand befindlichen Schmutz mit und verlässt die Pumpe über den Ablauf.

Die Ablauf-Funktion der Pumpe eignet sich insbesondere zum Ablassen des Wassers aus dem Pool. Wenn man dem Poolwasser ein Desinfektionsmittel zugesetzt hat und möchte, dass es sich schnell und gleichmäßig im Wasser verteilt ist die Rezirkulierungs-Funktion erforderlich. Bei Aktivierung dieser Position strömt das Wasser durch die Pumpe wieder zurück in den Pool, ohne dass es den Filter passiert. Das Wasser wird somit nicht gefiltert, sondern nur zirkuliert: Das Desinfektionsmittel kann sich schnell und gleichmäßig mit dem Wasser vermischen.

Eine Sandfilterpumpe verfügt somit über eine Vielzahl an Funktionen und Möglichkeiten, die einen Pool und die Pumpe selbst in einwandfreiem Zustand halten!

Betriebskosten Kartuschenfilter vs. Sandfilter

Bei der Wahl, ob ein Sandfilter oder Kartuschenfilter für den eigenen Pool eingesetzt werden soll, sind die anfallenden Kosten ein weiterer wichtiger Aspekt. Kartuschenfilter sind in der Anschaffung meist günstiger. Hier kommen aber noch Kosten für den ständigen Wechsel der Papierfilter hinzu, die abhängig vom Verschmutzungsgrad, mehrmals im Monat (bis zu 4 – 5 mal) ersetzt werden müssen.

Die Sandfilteranlage hingegen ist schon in der Anschaffung teurer. Auch hier kommt noch das Filtermedium, der Quarzsand oder Pool-Watte, hinzu. Doch dieses muss nur ca. alle 2 – 3 Jahre getauscht werden. Somit sind die laufenden Betriebskosten bei der Sandfilteranlage geringer und die höheren Anschaffungskosten gleichen sich nach wenigen Betriebsjahren aus. Grundsätzlich kann der Verschleiß einer Poolpumpe reduziert werden, wenn z. B. die Poolreinigung mit Chlor, Poolsauger oder Poolroboter erfolgt. Bei der Sandfilteranlage müssen Sie noch, dass diese mit Strom läuft! Das heißt Sie brauchen einen Stromanschluss in der Nähe Ihres Gartenpools und haben somit auch laufende Stromkosten zu berücksichtigen.

Wie lange muss eine Sandfilteranlage am Tag laufen?

Wie lange eine Sandfilteranlage für die Reinigung des Poolwassers laufen sollte, hängt natürlich vom Grad der Verschmutzung ab. Bei privat genutzten Schwimmbecken im Outdoor-Bereich reicht es, den gesamten Wasserinhalt zwei Mal pro Tag komplett umzuwälzen und zu filtern. Dafür sollten Poolbesitzer unbedingt genügend Zeit einplanen. Denn je nach Beckengröße und Leistung der Sandfilteranlage ergeben sich Laufzeiten von sechs bis zehn Stunden.

Für einen Swimmingpool mit 16 Kubikmetern beispielsweise sollte eine Sandfilteranlage mit mindestens 4000l/h Filterleistung bereitstehen. Eine Pumpe mit 4000l/h Filterleistung braucht ca. 300 bis 400 Watt. Da der Pool 16 Kubikmeter Wasservolumen hat, braucht die Pumpe vier Stunden, um das Wasser einmal komplett zu filtern. In der Regel sollte der Pool zweimal innerhalb eines Tages komplett gefiltert werden. Die Pumpe würde in diesem Fall acht Stunden laufen und ca. 3KW an Strom verbrauchen. Bei einem Strompreis von 18 Cent ergeben sich zusätzliche Stromkosten von ca. 86 EUR pro Jahr.

Vor- und Nachteile der Sandfilterpumpe im Überblick

Nachteile einer Sandfilteranlage:

  • regelmäßiger Wartungsbedarf
  • beim Aufbau der Sandfilteranlage dürfen keine Fehler unterlaufen
  • relativ hoher Anschaffungspreis
  • Stromanschluss im Garten/Terrasse/Dachgarten erforderlich
  • Stromkosten die Saison über

Vorteile Sandfilteranlage:

  • kein teures Austauschen des doch relativ kostspieligen Filters (Filterkartusche)
  • geringe Betriebskosten durch mehrjährigen Einsatz von Quarzsand oder Pool-Watte
  • filtert bei richtigem Aufbau auch stark verschmutztes Wasser effektiv
  • bei defekten Komponenten können diese kostengünstig nachgekauft werden
  • kann auch mit einer Wärmepumpe zusammen betrieben werden

Vor- und Nachteile Kartuschenfilteranlage im Überblick

Nachteile Kartuschenfilter:

  • kostspielig bei den Betriebskosten, da regelmäßig neue Filterkartuschen oder Filtereinsätze benötigt werden (etwa alle 7 Tage)
  • regelmäßiges Ersetzen des Papierfilters bringt Arbeit mit sich

Vorteile Kartuschenfilter:

  • einfacher Aufbau (Fehlfunktionen sind so gut wie vermeidbar)
  • relativ geringe Erstanschaffungskosten (in Relation zur Sandfilteranlage)
  • kein Stromanschluss und demzufolge Stromkosten notwendig

Fazit – Sandfilter vs. Kartuschenfilter

Mehrere Faktoren beeinflussen die Entscheidung für einen Sandfilter am Gartenpool oder einen Kartuschenfilter. Ein Kartuschenfilter eignet sich auf jeden Fall in erster Linie für Innenpools und kleinere Pools. Die Sandfilteranlage ist leistungsfähiger und somit auch für größere Außenpools hervorragend geeignet und wird hier auf jeden Fall benötigt. Der Sandfilter ist zwar in der Anschaffung teurer, jedoch bei den laufenden Kosten in Relation gesehen günstig. Größere Außenpools erfordern einen häufigen Kartuschenwechsel bei Wahl der Kartuschenfilteranlage und dies macht sich bei den laufenden Kosten dann schon deutlich bemerkbar. Ein Sandfilter senkt die Kosten für den Betrieb sowie die Menge an Chemikalien, die Poolbesitzer ins Wasser geben müssen, um es sauber zu halten. Daher sind Sandfilteranlagen für alle größeren und kleineren Schwimmbecken überaus empfehlenswert. Sie halten die Wasserqualität konstant auf einem hohen Niveau und sind als nachhaltiger anzusehen.