Nachhaltige Möbel – das muss man wissen

Nachhaltiges Mobiliar wird aus Massivhölzern gefertigt, die gänzlich ohne gesundheitsschädliche Lacke und Kleber auskommen. Wer sich Gedanken darüber macht, welche Möbel langfristig halten und nachhaltig das Öko-System schonen, kommt nicht umher, auf Möbel aus der Massenfertigung zu verzichten. Pressspan und Tropenhölzer sind keineswegs nachhaltige Rohstoffe zur Fertigung von Möbeln.

Daraus werden Massenmöbel gefertigt

Schweden ist vielen Menschen aufgrund seiner beeindruckend natürlichen Landschaft bekannt. Viele Waldgebiete bieten einheimischen Tieren einen sicheren Unterschlupf. Hoch oben im Norden, wo die Samen leben, werden zahlreiche Wälder für die Möbelproduktion gerodet. Das schadet der Fauna und Flora und doch gibt es kaum politische Gegenwehr.

Einer der größten Möbelkonzerne weltweit ist auf die Holzlieferung aus dem Norden angewiesen, um die Möbelproduktion aufrechtzuerhalten, da die Nachfrage nach Möbeln im unteren und mittleren Preissegment weltweit steigt. Das skandinavische Naturholz ist aber nicht der Hauptbestandteil, aus dem der Konzern seine Möbel fertigt. Vieles wird recycelt und zu sogenanntem Pressspan verarbeitet.

Auf den ersten Blick klingt das nachhaltig, denn zwei Gründe sprechen für das Vorgehen des Unternehmens:

  • Die Rohstoffquelle befindet sich im eigenen Land und bedarf eines viel kürzeren Transportwegs.
  • Recycling ist gut, um unbrauchbare Wertstoffe neu zu verarbeiten, anstatt sie in der Natur verrotten zu lassen.

Tatsache ist aber, dass einige der Wertstoffe nicht frei von giftigen Stoffen sind und günstige Lacke und Kleber das Werk als einzelnes Möbel zusammenhalten und schützen.

Haltbarkeit der Möbel beeinflusst dessen Nachhaltigkeit

Gepresstes Holz, welches mit künstlichen Klebern zusammengehalten wird, ist Risiken ausgesetzt. Massivholz atmet auch nach dessen Verarbeitung, es dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Die Poren von Massivholz verhindern, dass sich Feuchtigkeit im Holz sammelt und dadurch porös wird. Anders als bei günstig hergestellten Möbeln aus Pressspan und Leichthölzern. Feuchtigkeit destabilisiert das Holz, es fängt an zu schimmeln und wird unbrauchbar.

Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus der geringeren Traglast der Möbel. Hierbei ist vor allem an Betten zu denken. Ein Boxspringbett aus Massivholz gewährt eine höhere Traglast, ohne dass das Bett einzubrechen droht. Massive Möbel sind länger haltbar und verhindern, dass schon nach wenigen Jahren der Austausch des Mobiliars erforderlich wird.

Tropenhölzer fördern Rodungen und schädigen das Öko-System

Unternehmen, die sich auf die Fertigung von Möbeln aus Massivholz fokussieren, kommen ohne tropische und exotische Hölzer aus. Ihre Quelle befindet sich überwiegend in der regionalen Umgebung und was gefällt wird, wird anderenorts aufgeforstet. Die bewusste Entscheidung, nur einheimisches Holz für die Möbelproduktion zu verwenden, hat auch mit den Rodungsprozessen in tropischen Gebieten zu tun. Massive Rodungen in Tropengebieten vernichten den Lebensraum von zahlreichen Tierarten, die teils vom Aussterben bedroht sind. Des Weiteren wird Urvölkern geschadet, die durch die Konzerne vertrieben werden. Ihr Lebensraum dient der Erhaltung der ethnischen Vielfalt.

Wer sich bewusst für einheimische Produkte entscheidet, kann das Herstellungsverfahren zurückverfolgen. Werden die Rohstoffe allerdings in weit entfernten Ländern gewonnen, ist eine Rückverfolgung der Prozesse unmöglich aufgrund der Gesetzeslagen der jeweiligen Staaten. Zu verhindern gilt außerdem die Ausbeutung der Arbeiter und ihren Familien. Sie zahlen einen hohen Preis, der sich nicht in einer Währung beziffern lässt, sondern in moralischen und sozialen Faktoren.

Transport und Energie

Einheimische Massivhölzer müssen für die Verarbeitung zum Mobiliar nicht erst über den halben Planeten transportiert werden. Zahlreiche Möbelhersteller lassen Möbel in Billiglohnländern fertigen, um die Produktionskosten gering zu halten. Tatsächlich aber schaden lange Transportwege dem Öko-System aufgrund des CO₂-Ausstoßes der Fabriken und Transportmittel. Wer das mit seinem Gewissen vereinbaren kann, der wird sich nicht von den Vorteilen der Möbel aus Massivholz überzeugen lassen.

Die fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten, die andere sicherlich belastet, die Möbel benötigen, sei der Hinweis gegeben, dass Möbel aus Massivholz auch gebraucht verkauft werden.

Nachhaltigkeit entsteht nur durch gezielte Handlungen des Menschen. Konsumenten haben das Recht, die Herkunft von Rohstoffen und dessen Herstellungsverfahren zu hinterfragen. Möbelhändler für Möbel aus Massivholz stehen jederzeit interessierten Kunden beratend zur Seite. Im Übrigen erhalten Konsumenten nicht nur Standard-Massivholzmöbel, sondern können Unikate beauftragen.